Reisebericht Brasilien
Flugrundreise April/Mai 2008
Tag 1
Mit der TAP ging es von Frankfurt über Lissabon nach Rio de Janeiro. Mit Umstieg dauerte der Flug gut 14 Stunden. Am Nachmittag sind wir dann gelandet und auch gleich ins Hotel Golden Tulip Continental gefahren. Das Hotel liegt in der zweiten Strandreihe und es sind nur wenige Schritte bis an den Strand der Copacabana. Die Zimmer sind sauber und recht geräumig.
Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, gingen wir zum Essen, es befinden sich zahlreiche Restaurants an der Copacabana. Für Fleisch-Liebhaber und auch Fisch-Liebhaber ist Brasilien die richtige Adresse. Das Essen war gut und reichlich. Den Abend liessen wir bei einem Caipirinha ausklingen und fielen anschliessend erschöpft ins Bett.
Tag 2
Früh
am Morgen ging unsere Stadtrundfahrt los. Als erstes stand der Corcovado mit der
Christus Statue auf unserem Programm. Die Fahrt ging den "Buckeligen"
hinauf, vorbei an den Favelas, den Armenvierteln. Die Favelas haben in der Regel
immer die bevorzugte Lage am/auf dem Berg. Die Statue an sich ist gewaltig und der
Ausblick wunderschön. Wir konnten den Ausblick allerdings nicht sehr lange
geniessen, denn die
Wolken
zogen sich zu und es fing an zu regnen. Der nächste Programmpunkt war der Stadtteil
Santa Tereza wo wir mit der "Bondinho", einer Strassenbahn aus dem Jahre
1896, fuhren. Vom Endpunkt machten wir einen kleinen Spaziergang zu einer Kathedrale,
im strömenden Regen. Gut nur, dass man an fast jeder Ecke für umgerechnet
zwei Euro Regencapes kaufen konnte. Vor dem
Mittag
besichtigten wir noch das weltbekannte und weltgrößte Fußballstadion
der Welt, das Maracana Station. Danach hatten wir uns das Mittagessen redlich verdient.
Der letzte Programmpunkt vor dem Abendessen war der Zuckerhut. Auch
hier
hatten wir das "Wetterproblem", aber wir sind ja nicht aus Zucker und
deswegen ging es mit der Seilbahn hinauf. Wer nicht schwindelfrei ist oder Probleme
mit dem Schweben hat, sollte sich am besten in die Mitte der Gondel stellen. Bei
schönem Wetter lädt der Zuckerhut zum verweilen und entspannen ein. Zurück
im Hotel mussten wir uns spurten, denn das Abendessen wartete bereits auf uns. Vom
Hotel war das typisch brasilianischen Grillrestaurant, die Churrascaria Marius gut
zu Fuss zu erreichen. Das Fleisch wird am Tisch serviert, Fisch und Salat gibt es
in Buffetform. Zu beachten ist auf jeden Fall, dass die besten Fleischsorten erst
am Ende serviert werden, also anfangs etwas zurückhaltender sein. Nach dem
Essen ging es zur Sambashow Plataforma. Die Show ist, so denke, ein Muss für
jeden Rio-Besuch.
Tag 3
Nach dem Frühstück ging es zum Flughafen um weiter nach Iguazu zu fliegen.
Der Flughafen
in Iguassu ist sehr klein und überschaubar. Dort angekommen hat unser dortiger
Reiseleiter schon auf uns gewartet um direkt mit uns zu den Wasserfällen zu
fahren. Das Regenwetter aus Rio hatten wir im Gepäck und so regnete es auch
dort. Bei den Wasserfällen angekommen war es Zeit für einen Burger, denn
wir hatten noch nichts zum Mittag gegessen. Nach unserer kleinen Stärkung,
stellten wir uns wieder dem Regen und wanderten den
Weg
oberhalb der Wasserfälle entlang. Kurz vor Ende des Weges, führt ein Steg
über die Wasserfälle. Ich war erstaunt darüber, was für eine
Wärme das Wasser abgegeben hat. Klatschnass ging es zurück ins Hotel unter
die warme Dusche. Zum Abendessen besuchten wir eine südamerikanische Show,
mit Darbietungen aus dem lateinamerikanischen Raum.
Tag 4
Frühes
Aufstehen stand auf dem Programm, denn wir hatten viel vor. Als erstes ging es zum
Itaipu Wasserkraftwerk an der Grenze zu Paraguay. Der Stausee des Kraftwerks ist
ca. dreimal so groß wie der Bodensee. Von Itaipu machten wir uns auf den Weg
zur argentinischen Grenze, um uns die
Wasserfälle
aus einer anderen Perspektive anzusehen. Da sich das Wetter noch nicht geändert
hatte, war im Nationalpark recht wenig Betrieb. Um zur Teufelsschlucht ( Garganta
del Diabolo ) zu gelangen, muss man den kleinen Zug nutzen, der vom Eingang des
Parks fährt. Es gibt eine Haltestelle auf der Strecke, dort sind wir eingestiegen.
Die Fahrt dauert ca. 10 Minuten. Vom Endpunkt der Bahn führt eine Brücke
zur Garganta del Diabolo. Schon aus der Ferne hat man Tosen und den Donner der Wasserfälle
gehört, die Wassermassen die sich in die Tiefe stürzen sind unvorstellbar.
Passend zu unserer Bootstour an/in die Wasserfälle kam dann endlich die Sonne
durch. Die Bootsführer kennen nichts, immer wieder mit dem Boot unter die Wasserfälle,
das ganze Boot war nass. Die Touren gibt es in verschiedenen Ausführungen,
wir sind mit dem Boot dann weitere 6 Kilometer zu einem Anleger gefahren. Dort konnten
wir uns trockene Sachen anziehen und stiegen dann auf einen Unimog der uns wieder
an den Eingang und zu unserem Bus brachte.
Unser Reiseleiter gab uns den Tip, nach Überquerung der Grenze zu Brasilien, Briefmarken und Souvenirs zu kaufen. Der Bus machte also Halt und wir ein kleines Shöpperchen. Abendessen gab es im Hotelrestaurant.
Tag 5
Unser
Flug von Iguassu nach Salvador de Bahia ging um 09:50 Uhr morgens. Am frühen
Nachmittag landeten wir in Salvador und es ging gleich weiter mit Stadtrundfahrt.
Ich war nur froh, dass ich leichte Kleidung im Handgepäck hatte, denn der Temperaturunterschied
zu Iguazu war gewaltig. Die Stadt Salvador ist sehr sehenswert, mit den
kleinen
Gässchen erinnert sie ein wenig
an
europäische Städte. Der historische Teil der Stadt ist gut zu Fuss zur
erkunden. Auf unserer Tour durch das historische Viertel besichtigten wir die berühmte
Klosterkirche Sao Francisco auch „Goldkirche“ genannt und das Kloster.
Auch heutzutage leben noch Mönche in dem Kloster. Vor dem Abendessen ging es
zu einer afro- bahianische Kultur Show. Für meine Verhältnisse war etwas
laut, aber auf jeden Fall sehenswert. Das Abendessen führte uns in Restaurant
direkt am Strand und wer isst nicht gerne zu Abend mit dem Meeresrauschen im Hintergrund?
Tag 6
Der
heutige Tag war mehr zum Entspannen da. Nachdem wir auf der Terrasse des Hotels
das Frühstück genossen haben, besichtigten wir die Stadtteile, die wir
gestern nicht besichtigt hatten. Die Hightlights waren die Wallfahrtskirche Senhor
do Bonfim, der Mercado Modelo und wenige Schritte vom Markt entfernt befindet sich
der Elevador Lacerda, der Fahrstuhl, der die Unterstadt mit der Oberstadt (Höhenunterschied
72m) verbindet. Den Nachmittag verbrachten wir am Strand mit Bodyboarden und Relaxen.
Tag 7
Sehr
früh machten wir uns auf den Weg zum Flughafen, denn unser heutiges Ziel war
Manaus und das Amazonasgebiet. Für mich das Amazonasgebiet das absolute Highlight.
Vom Flughafen wurden wir zum Hotel Tropical gebracht, denn dort befindet sich die
Anlegestelle für das Flusskreuzfahrtschiff Amazon Clipper Premium. Um 14 Uhr
durften wir aufs Schiff. Da das Schiff nicht
bis
an den Anleger fuhr, wurden wir mit kleinen Beibooten zum Schiff gebracht. Wichtig
zu wissen ist, dass man sich mit Flusswasser duschen muss. Erst hatte ich ein kleines
Problem damit, das verflog aber sehr schnell, denn man wurde sauber und das Wasser
aus dem Duschkopf sah klar aus. Also alles kein Problem. Als alle an Bord waren,
machte sich das Schiff auf in die Nebenarme des Amazonas. Vor dem Abendessen hatten
wir unsere erste Tour in die Natur Amazoniens, auf den kleinen Beibooten, die das
Schiff während der ganzen Reise mit sich führt. Auf halber Strecke merkten
wir, dass wir uns in den Tropen befanden, denn es fing an in Strömen zu regnen.
Da sich unser Bötchen in den schwimmenden Pflanzen verfangen hatte, mussten
wir das Boot durch das Geflecht aus Pflanzen schaukeln. Endlich wieder an Bord des
Amazon Clippers, stand das Abendessen auf dem Tisch. Was die Damen in der kleinen
Küche zauberten, war ein Gedicht und das beste Essen auf der ganzen Reise.
Tag 8
Wie
das Sprichwort "Nur der frühe Vogel fängt den Fisch" so schön
sagt, machten auch wir uns noch vor dem Frühstück auf zur Vogelbeobachtung.
Kaffee und Tee sowie Wasser stehen rund um die Uhr im Speisesaal zur Verfügung,
so mussten wir nicht ganz ungestärkt das Schiff verlassen. So schnell wie es
am Abend vorher dunkel wurde, so schnell wurde es auch wieder hell. An den Ufern
der Nebenarme,
die
übrigens nur während der Regenzeit (Ende Dezember bis Mitte März)
mit Wasser gefüllt sind, gibt es hier und da kleine Ansiedlung oder auch einzelne
Häuser. Viele dieser Häuser sind auf Pfählen gebaut, damit die Gefahr
der Überflutung gering bleibt. In der Trockenzeit kann man durch die kleinen
Kanäle laufen, denn das Wasser hat sich zurückgezogen. Für Laien
sind die Vögel und Affen in
den
Bäumen schwer auszumachen, aber wir hatten ja zum Glück unseren Guide
und
unseren
Bootsführer die Ahnung hatten. Sie beeindruckten uns immer wieder mit ihrem
fachkundigen Wissen. Wieder auf dem Schiff gab es Frühstück, was auch
keine Wünsche offen ließ. Bevor es am Mittag zu einer Wanderung durch
den Dschungel ging, hatten wir Zeit zu entspannen und die Natur vom Schiff aus zu
genießen.
Als
wir wieder in die Boote stiegen, stand die Sonne schon senkrecht am Horizont. Eine
einheimische Familie hatte sich bereiterklärt uns durch einen kleinen Teil
des riesen Regenwaldes zu führen. Was die Flora in diesen Breitengraden zu
bieten hat ist unvorstellbar, z.B. Strelizien so groß wie Bäume. Die
Luft im Urwald war sehr stickig, hier merkten wir das erste Mal die immens hohe
Luftfeuchtigkeit. Als wir wieder ins Boot stiegen, merkte ich, dass ich mir auf
der Hinfahrt einen Sonnenbrand zugezogen
hatte.
Also: Immer schön eincremen! Unsere einheimischen Guides zeigten uns, wie sie
selbst Manjok-Pulver herstellen. Der Geruch beim Pressen des Manjoks beißt
ein wenig in der Nase. Bevor unser Abenteuer weiter
ging,
hatten wir wieder eine Verschnauffspause und vor allem sehr gutes Mittagessen. Wir
hatten gerade das Schiff erreicht, als der tropische Mittagsregen einsetzte. Nachdem
wir alle gestärkt und
ausgeruht
waren, machten wir uns auf den Weg zum Piranhafischen. Durch das geschulte Auge
unseres Guides haben wir dann einen Grünen Leguan, Faultiere und allerlei Arten
von Vögeln in den Bäumen gesehen. Der Rückweg führte uns direkt
in den Sonnenuntergang. Um acht Uhr starteten wir zu unserer letzten Tour. Dadurch,
dass der Guide eine Taschenlampe bzw. einen Scheinwerfer dabei hatte, war es uns
möglich, die vielen Kaimane im Dunkeln zu sehen. Die Augen von Krokodilen und
Kaimanen leuchten rot im Scheinwerferlicht. Bei der Vorstellung, wie viele dieser
Tiere schon den ganzen Tag um einen herum gewesen sind, wird einem ein bisschen
mulmig zu mute. Auch Schlangen, Leguane und Vögel entgingen unserem Guide nicht.
Mit einer gezielten Handbewegung fing er einen kleinen Greifvogel, der auf der Lauer
nach etwas fressbarem war. Da dies unser letzter Abend auf dem Amazonas bzw. Rio
Negro war, verbrachten wir noch eine ganze Zeit an Deck um uns den Sternenhimmel
anzusehen. Da es sehr dunkel war, denn es war ausser Manaus keine Stadt in der Nähe,
konnten wir unzählige Sterne am Himmel sehen.
Tag 9
Der
Tag des Heimflugs, leider! Auf dem Weg zum Anleger kreuzten wir die Stelle wo der
Rio Negro und der Amazonas zusammen, braun vs. schwarz. Bevor es von Manaus über
Sao Paulo und Lissabon zurück nach Deutschland ging, machten wir noch eine
Stadtrundfahrt mit Besichtigung der Oper in Manaus und dem Markt.
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